Rundweg in Eningen unter Achalm erinnert an HAP Grieshaber

Von Andrea Maier

In Oberschwaben geboren, wählte der gelernte Drucker und Holzschneider Helmut Andreas Paul Grieshaber (1909-1981) die Schwäbische Alb als Heimat, Inspirationsquell und Ruhepol. In Eningen unter Achalm fand er nach Krieg und Gefangenschaft seinen Wohn- und Familienort, von hier aus wirkte er kunstschaffend weit über die Region, weit über Deutschland hinaus.

 

In Verbundenheit mit dem einstigen Eninger Mitbürger, gründete sich im Jahr 2012 der Förderverein Eninger Kunstwege, der sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, den HAP-Grieshaber-Rundweg an der Achalm in Eningen zu gestalten.

Der schön gelegene und zu weiten Teilen barrierefreie Weg führt am ehemaligen Wohnhaus und Atelier des herausragenden Holzschneiders vorbei. Darüber hinaus weist der Rundweg vor allem auf Werke hin, die der eigenwillige Älbler, der international vor allem für seine Holzschnitte berühmt ist, für den öffentlichen Raum geschaffen hat.

Der HAP-Grieshaber-Rundweg beginnt mitten in Eningen, an der HAP-Grieshaber-Halle. Von dort aus führen Markierungen (Panoramaweg 'Rund um Eningen') zum Ortsrand und weiter an den Wohn- und Arbeitsräumen Grieshabers vorüber, leicht ansteigend zum Achalm-Höhenweg. Mit herrlichen Ausblicken bereichert, führt der Weg über die Schillerhöhe und durch den Krügerpark zurück zum Ausgangspunkt. Entlang des Weges sind zunächst zwölf Stationen geplant, an denen jeweils großformatige Fotografien der Werke im öffentlichen Raum, auf unterschiedlichen Materialien gedruckt, präsentiert werden.

In der HAP-Grieshaber-Halle können an jedem ersten Sonntag im Monat (14 – 17 Uhr) persönliche Gegenstände Grieshabers, Auszeichnungen und selten gezeigte Keramiken besichtigt werden. Auch der 1958 entstandene Grieshaber-Fries, mit einigen noch vorhandenen Entwurfsarbeiten, ist zu sehen.

Am Aussichtspunkt Schillerhöhe, an der neunten Station, wurden im Juli 2015 Abbildungen der „Epheben“ aufgestellt. Was Grieshaber 1967 als Siebdruck schuf, wurde für den Bühnenvorhang der Friedrich-List-Realschule Mössingen auf Stoff umgesetzt. Seit dem vergangenen Sommer können nun auch die Rundwanderer das eindrucksvolle Werk in aller Ruhe betrachten.

Mitte 2016 soll die sechste Station mit einer wunderschönen Fotografie der Glasbausteinarbeit „Poseidon und Amphitrite“ bestückt werden. Das Original entstand 1959, zierte lange ein Firmengelände in Fürstenfeldbruck und schmückt nun die Peter-Rosegger-Schule in Reutlingen.

2017, wenn der 500. Jahrestag der Reformation begangen wird, soll die Wiedergabe der Kirchenfenster der St. Bonifazius-Kirche in Metzingen bei Station Acht installiert werden. Grieshaber entwarf die weithin gerühmten Fensterbilder 1956, die Reutlinger Kunstglaserei Gerster führte damals die Bleiverglasung aus.

Auch für die angemessene fotografische Umsetzung der Keramikarbeit „Lebensbaum“ sind die Vorbereitungen bereits in vollem Gang. Das Original bezaubert im Treppenhaus der Gottlieb-Rühle-Schule in Mössingen. Es besteht aus vier Wandbildern, die über vier Etagen aus jeweils 195 bzw. 168 Keramikkacheln zusammengesetzt sind.

Da der Verein Eninger Kunstwege den HAP-Grieshaber-Rundweg ausschließlich über Spenden finanziert, werden die geplanten zwölf Stationen Zug um Zug ausgestattet. Liebhaber der Grieshaber'schen Kunst werden sich in hohem Maße daran erfreuen, die Werke genau dort betrachten zu können, wo der Meister sie ersonnen und geschaffen hat: In Eningen unter Achalm.

 

 Info 

Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkt im Kunstmuseum Spendhaus in Reutlingen ist der künstlerische Holzschnitt im 20. und 21. Jahrhundert. Das Kunstmuseum besitzt eine umfangreiche Sammlung der häufig nur in wenigen Exemplaren gedruckten Holzschnitte Grieshabers, fasst alle von ihm gestalteten Plakate sowie zahlreiche Entwürfe und Maquetten und seine einzige Skulptur. In wechselnden Ausstellungen sind ständig Werke von Grieshaber zu seh

Öffnungszeiten:

11 - 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr, Montags geschlossen.

Telefon 07121/303-2322.

Web: www.reutlingen.de

 

- In der Dauerausstellung im Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt wird die Erfolgsgeschichte der Bernsteinschule mit 170 Kunstwerken und Zeitzeugnissen veranschaulicht. Dem ehemaligen Schulleiter HAP Grieshaber ist ein separates Kabinett gewidmet, in dem Spitzenwerke Grieshabers aus den frühen 1950er Jahren gezeigt werden. In der Kunstsammlung des Landkreises Rottweil sind Holzschnitte (darunter Handabzüge) und Druckstöcke Grieshabers zu sehen.

 

Öffnungszeiten:

April-Oktober: Di - Fr 14-17 Uhr, Sa, So: 11-18 Uhr.

November-März: Sa, So: 14-17 Uhr,

bei Sonderveranstaltungen: Fr-So: 14-17 Uhr.

 

Telefon 0 74 82 / 73 45 oder 0 74 82 / 80 77 14.

Web: www.schloss-glatt.de