„Ich kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu leben“, sagt Guido Till. Der Oberbürgermeister von Göppingen, in der Nähe von Düsseldorf geboren, fühlt sich inzwischen in „seiner Stadt“ sichtlich wohl und bestens aufgehoben. So wie Till geht es vielen, die von außerhalb in das lebendige Mittelzentrum zwischen Stuttgart und Ulm ziehen. Schnell fühlen sie sich in der Hohenstaufenstadt heimisch.

Göppingen, die Industriestadt im Filstal, hat sich herausgeputzt. Mit einem großen finanziellen Kraftakt hat die Kommune vor gut 15 Jahre ihre Innenstadt saniert und dabei den klassizistischen schachbrettartigen Grundriss, wie er seit dem Wiederaufbau nach dem zweiten Stadtbrand von 1782 durch Landesbaumeister Johann Adam Groß erfolgte, noch einmal unterstrichen. Der große Marktplatz ist inzwischen autofrei und selbst die Stadtbuslinien fahren nicht mehr darüber. Dafür gibt es nun viel Platz für Veranstaltungen, wie für das Ende September/Anfang Oktober auf dem Marktplatz unter einem aufgespannten weißen Schirm wetterunabhängig gefeiert werden kann.

Der Stadtmarketingverein Göppinger City kümmert sich mit Aktionen und Veranstaltungen um die Belebung der Innenstadt mit den vielen Einzelhandelsgeschäften und großen Kaufhäusern. Zum Einkauf nach Göppingen kommen viele. Der ausgeschilderte Parkhausring um die Innenstadt hilft, schnell einen Platz für sein Fahrzeug zu finden. Die Schul- und Sportstadt besticht zudem mit einem hohen Freizeitangebot und einem umfangreichen Veranstaltungskalender. Wer etwas erleben will, muss nicht nach Stuttgart fahren: Konzerte, Theater, Kunst, Shows, Kleinkunst, Brauchtum – für fast jeden Geschmack gibt es ein reichhaltiges Angebot.

Göppingen – das ist auch die Heimat vieler namhafter Firmen, darunter Weltmarktführer wie der Software-Spezialist Teamviewer, der Pressenhersteller Schuler oder der sich gerade wieder berappelnde Modellbahnbauer Märklin. Die Unternehmen im Industrie.-und Dienstleistungsbereich bieten viele attraktive und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Ein Grund, warum Göppingen seit einiger Zeit wieder wächst. Oberbürgermeister Guido Till peilt die 60 000-Einwohner-Marke an. Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen, weshalb kräftig gebaut wird. Weil Baugrund knapp ist, setzen Stadt und Bauunternehmen auf die Schließung von Baulücken und in der Innenstadt auf eine umfassende Sanierung der Wohnquartiere, oft verbunden mit dem vorangehenden Abriss des Altbestandes.

Einer der Akteure hier ist die kommunale Wohnbau Göppingen. Ihr ist es gelungen, einige herunter gekommene Quartiere abseits der Hauptgeschäftsstraßen zu erwerben und neu zu bebauen. Zu den größten Vorhaben der WGG gehört in der Innenstadt aktuell das Apostelhof-Projekt. Angebunden an die Fußgängerzone entstehen um eine große Grünfläche zwei Gebäude mit fast 40 Wohnungen. Ein Lebensmittelmarkt, sowie eine doppelstöckige Tiefgarage vervollständigen das Projekt, mit dessen Bau vor kurzem begonnen wurde.

Nur einen Steinwurf von dem Areal entfernt plant die Kreissparkasse die Sanierung eines weiteren Quartiers, das – gegenüber ihrer gerade neu gebauten Zentrale – an der unteren Marktstraße liegt. Neben Geschäften und Büros sollen dort ebenfalls Wohnungen entstehen. Darüber hinaus sind im Stadtkern noch einige private Bauunternehmen unterwegs, um neuen Wohnraum zu schaffen.

Auf dem Areal einer ehemaligen Gärtnerei am Stadtrand realisiert die Wohnbau Göppingen ihr zweites Großprojekt: Auf dem 9100 Quadratmeter großen Areal entstehen sechs Häuser mit rund 60 Wohnungen, deren Größen von zwei bis fünf Zimmer erreicht. Alle Wohnungen sind barrierefrei. Stadt und Wohnbau haben das Projekt so angelegt, dass es vor allem für Familien interessant wird. Eine Kindertagesstätte soll eingerichtet werden, ein Café und ein Bäcker sollen ebenfalls in das Vorhaben, das bis Ende 2017 fertiggestellt sein soll, integriert werden. Auch die evangelische Kirchengemeinde zieht mit einem neuen Zentrum in den Gebäudekomplex.

Häuslebauer finden ebenfalls noch attraktive Grundstücke in Göppingen. Die Stadt hat eben erst in einem Baugebiet im Bezirk Holzheim weitere Grundstücke Baugrundstücke für Einzel- oder Doppelhäuser zum Verkauf ausgeschrieben. In ab absehbarer Zeit will die Stadt auch weiteren Baugrund im Stauferpark ausweisen. Jenem Viertel, das nach Abzug der amerikanischen Streitkräfte Anfang der 1990er Jahre unter dem Motto „Arbeiten-Wohnen-Freizeit“ neu belebt wurde und schon zur Heimat vieler Firmen aber auch viele Familien geworden ist.

 

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