Auf dem Linsenberghof gibt es einen Erlebnis-Schweinestall

Kennen sich aus mit Ferkeln: Andrea und Reinhard Wörz vom Linsenberghof in Hengen. Foto: Andrea Maier

 

Die Massenproduktion von Fleisch gerät zunehmend in die Kritik. Vor allem die damit verbundene Tierhaltung ist immer mehr Verbrauchern ein Dorn im Auge. Andrea und Reinhard Wörz vom Linsenberghof in Hengen gehen seit Jahren andere Wege.

Von Andrea Maier

 

Andrea und Reinhard Wörz haben sich auf ihrem Linsenberghof gegen Massenproduktion entschieden. Schritt für Schritt haben der Landwirt und die Schweinezüchterin in Urach-Hengen ihren Tierbestand verkleinert. Nun leben die Tiere in kleinen Gruppen in einem natürlich durchlüfteten Außenklimastall. Das Fleisch wird direkt an den Endverbraucher verkauft, anstatt an international agierende Großhändler. Besonders mit knusprig gebackenem Spanferkel hat sich Familie Wörz einen guten Namen gemacht. Seit sechs Jahren können Kunden und Gäste im Erlebnis-Schweinestall selbst sehen, wie die Tiere leben.

Aus dem Knäuel unter der Wärmelampe wuseln vier kleine Ferkel durch die Gitterstäbe in Richtung Mama. Die gut 200 Kilogramm mächtige Muttersau schläft. Damit sie ihre Jungen nicht erdrückt, können die durch die Gitter flitzen und es sich im „Kinderzimmer“ gemütlich machen. Die Kleinen schupsen und quietschen, bis auch ihre sechs Geschwister aufwachen und sogleich putzmunter mitmischen. „Etwa alle zwei Stunden wollen sie saugen“, erklärt Reinhard Wörz, während man vom Holzsteg über dem Stall durch dickes Glas in die verschiedenen Schweine-Gruppen schauen kann. Der direkte Kontakt mit den Tieren ist aus Hygienegründen nicht gestattet.

„Seit die Tiere im Außenklimastall mit mehr Freiraum gehalten werden, sind sie gesund und munter“, berichtet Reinhard Wörz. Frische Luft tut den Tieren gut. Da Schweine gerne warm ruhen, ist die Mitte des Gebäudes durch das Strohlager bestens vor Kälte und Hitze geschützt. Anstatt der in der Massenhaltung üblichen Spaltböden, haben die Tiere auf dem Linsenberghof Stroh eingestreut. Schweine sind ausgesprochen gesellige Tiere, doch hin und wieder will auch eines seine Ruhe haben - dafür hat Reinhard Wörz hier und da niedrige Wände gebastelt, hinter denen das Tier für sich sein kann. Auch die Kot-Plätze, die die überaus reinlichen Tiere am liebsten ungestört aufsuchen, sind mit einem Sichtschutz versehen.

Verständlich, dass auch der Besuchersteg nicht überall Einblick gewährt - Ruheplätze und Toilette sind tabu. Durch die Glasböden gut zu beobachten sind die verschiedenen Altersgruppen. Nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen wirft eine Muttersau drei bis 20 Ferkel. Im so genannten Abferkelstall bleiben die Jungen fünf Wochen, dann werden sie 100 bis 150 Tage in Gruppen gehalten, bis sie schlachtreif, sprich etwa 150 Kilo schwer sind. Oberhaupt im Schweinestall ist der Eber, Vater der künftigen Ferkel. Da sich Schweine alles merken, sollte man sich mit ihm gut stellen. Ein Eber kann mit seinen enormen Hauern ohne Weiteres einen Menschen schwer verletzen.

Andrea und Reinhard Wörz achten ihre Tiere, nur so können sie mit gutem Gewissen die berühmten knusprig gebackenen Spanferkel anbieten. „Jedes Stück Fleisch stammt von einem Lebewesen, dessen Geschichte der Mensch in der Hand hat.“

Zusätzlich zur Hausspezialität, die im hofeigenen „Spanferkelstüble'“bis zu 60 Gäste verzehren können, bietet die Familie einen umfassenden Party-Service und sogar ein kleines Ferienhäuschen an.

 

 Info 


Jeden 1. Sonntag im Monat (April-Oktober) gibt es ab 11.30 Uhr ein großes Büfett mit knusprig gebackenem Spanferkel, Spätzle, vielen Salaten und selbstgebackenem Bauernbrot im Albferkel-Stüble (mit Voranmeldung). Stallbesichtigungen mit Führung


jeden 1. Sonntag ( April - Oktober ) um 13 Uhr (ohne Voranmeldung).

 

Linsenberghof

Brunnengasse 37 - Aussiedlerhof
72574 Bad Urach - Hengen
Telefon 07125 / 2473
www.albferkel.de

 

 

 

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