Keine Frage, Internet ist eine feine Erfindung, und auch modernes Online-Shopping bietet gewisse Vorteile. Doch das scheinbar so bequeme Einkaufen im Netz birgt durchaus auch Gefahren und etliche Nachteile, die erst neuerdings so recht zutage treten. Wie gut, dass es gerade auf dem Land noch richtige „Allerweltsläden“ gibt, wo man alles  kaufen kann, was man eben so braucht.

 

Von Bernhard Bürkle

 

Ein derartiges „kleines Kaufhaus“ gibt es zum Beispiel in Zwiefalten. Seit Jahr und Tag betreibt das Ehepaar Auchter dort an der Hauptstraße ein Ladengeschäft für – für alles eigentlich. Denn was hier nicht verfügbar ist, wird bestellt und kann wenig später abgeholt werden. „Oft sind es die kleinen Dinge, die uns das Leben leichter machen“, ist das Credo von Inhaber Bruno Auchter. So kann man hier eben diese kleinen Dinge wie Schrauben, Wandhaken und andere Heimwerker-Materialien noch einzeln erwerben, stückweise, genau so viele, wie man braucht und nicht gleich im Dutzend, wovon dann der teuer bezahlte Rest irgendwo im Haus verschwindet. Dazu gibt es natürlich auch Werkzeug jeder Art für Haus und Garten. Freilich nicht in dieser erdrückenden Auswahl, die im Grunde niemand wirklich braucht – ein Spaten ist ein Spaten, fertig. Dass alles hier nicht nur im Bereich Eisenwaren, also Heimwerker-Artikel, sorgsam ausgewählt wurde, erspart dem Kunden die Qual der Wahl, zumal mit der stets fachkundigen Beratung zu allen Produkten. Das betrifft natürlich auch Schönes und Praktisches für Heim und Küche, wofür vor allem die Dame des Hauses zuständig ist.

„Bei uns ist der Kunde König,“ sagt Bruno Auchter, „das zeigt sich letztlich sogar an den ungewöhnlich langen Öffnungszeiten des Postschalters.“ Das Angebot reicht von Apfelpflücker bis Zeitungen, dazwischen liegt nicht nur ein breites Spektrum an Haushalts- und sonstigen Waren jeder Art, sondern auch Dienstleistungen wie Lotto-Annahme oder Postservice einschließlich Postbank bietet das rührige Ehepaar und ihr freundliches Team. Sogar Postfächer kann man hier anmieten, Zeitschriften und Bücher, Tabakwaren und Alkoholisches erlauben den Vergleich mit einem riesigen begehbaren Kiosk im Ortskern mit dem Nebeneffekt eines Kommunikations-Zentrums. Hier trifft man Gleichgesinnte, kommt ins Gespräch  und tauscht sich aus so ganz nebenbei. Und wenn’s länger dauert mit dem „Schwätzle“, dann geht man nach nebenan und trinkt gemeinsam einen Kaffee beim Bäcker Engler, wofür man nicht einmal das Haus verlassen muss. Das alles kann das anonyme Internet nicht bieten, sondern eben nur das Geschäft am Ort, das es unter allen Umständen zu erhalten gilt als wichtige Komponente sozialen Zusammenlebens.