Die Schwäbische Alb offenbart  auch im Winter ihre Reize

Wintererlebnis Schwäbische Alb. Foto: Walter Müller

 

Sanfte Hügel, steile Hänge, ebene Hochflächen, sonnige Täler, lichte Wälder – die Luft ist klar und rein. Mit Höhenlagen an die 900 Meter ist die Schwäbische Alb auch im Winter ein Paradies.

Von Andrea Maier


 „Es ist herrlich!“, Margit Weber freut sich auf den Alb-Winter. Die zertifizierte Gesundheitswanderführerin aus Westerheim liebt den Anblick der verschneiten Weite. Vor allem schätzt sie die zahlreichen Möglichkeiten, die das heimische Mittelgebirge für so viele Arten von Wintersport bietet. Als begeisterte Wanderin ist ihr das Schneeschuhwandern am nächsten. „Du brauchst weder in die Berge zu fahren, noch eine teure Ausrüstung.“

Winterjacke, warme Hose, ein paar Gamaschen, Wanderschuhe, Handschuhe und los geht’s. Schneeschuhe und Stöcke kosten nicht viel, sind aber auch in vielen Sportfachgeschäften und bei geführten Touren von den meisten Veranstaltern zu leihen. Mit den Krallen der Schneeschuhe gibt es kein Ausrutschen mehr, die große Oberfläche verhindert Einsinken, selbst in hohem Schneeverwehungen. Die Stöcke helfen bei der Fortbewegung und stützen das Gleichgewicht. Mit Schneeschuhen zu gehen ist für Junge und Ältere schnell gelernt und beinahe überall möglich, wo Schnee das Land bedeckt. „Alleine oder in der Gruppe ist Schneeschuhwandern ein Hochgenuss“, schwärmt Margit Weber, die selbst Schneeschuhtouren rund um Westerheim anbietet. „Ganz gleich, ob als sportliche Herausforderung oder geruhsam, mit viel Zeit zum Verweilen, Schauen und Horchen.“ Da ist meist nur das Knirschen des Schnees, der eigene Atem, das leise Rieseln von Eiskristallen, die sich von Bäumen lösen. Stille Weite. „Auf Schneeschuhen ist man unabhängig von viel begangenen Wegen.“

Zwischen Dezember und März liegt oben auf den Albhochflächen mehr Schnee als gemeinhin angenommen: Mit Höhenlagen bis an die 900 Meter ist das Mittelgebirge relativ schneesicher. So liegt beispielsweise Westerheim auf 820 m über dem Meeresspiegel, genau so hoch wie Oberstdorf. 
Darum hat wohl auch Skilanglauf auf der Schwäbischen Alb eine lange Tradition. Für hervorragenden Loipen sind besonders die weiten Hochflächen und sonnigen Täler  berühmt – etliche 100 Kilometer werden über die gesamte Alb hinweg gespurt. Ähnlich wie die ausgewiesene Wintersport-Gemeinde Westerheim, haben sich auch in anderen Regionen mehrere Ortschaften zusammengetan und Touren über die Grenzen hinweg erschlossen. Alleine das Biosphärengebiet weist mit über 260 gespurten Kilometern eines der größten Loipennetze Süddeutschlands vor. So weiträumig kann man nur in wenigen Skigebiete über die weiße Pracht gleiten. Fast überall sind einfache und kürzere Strecken, extra für Anfänger, oder speziell für Familien mit Kindern ausgewiesen.

Wer lieber auf den eigenen Füßen durch den Albwinter geht, findet in allen Alb-Regionen eine mannigfaltige Auswahl an präparierten Winterwanderwegen. Vom kleinen Rundgang bis hin zu mehrstündigen Schneewanderungen – die Schwäbische Alb ist zu jeder Jahreszeit ein unübertroffenes Wander-Paradies.

Ein wirklich besonders Erlebnis ist die Fahrt im Pferdeschlitten durch den Albwinter. Während man warm eingepackt im Schlitten sitzt und geruhsam die vorüber gleitende Winterpracht genießt, traben die Pferde munter über verschneite Wege. Naheliegend ist eine Kutschfahrt vom Gestütshof St. Johann bei Gomadingen aus, aber in vielen anderen Gemeinden, wie beispielsweise Münsingen, Römerstein, Hohenstein, Sonnenbühl stehen  sanftmütige Zugpferde bereit.

 

 Wandertipps für den Winter 

 

Für Winter-Touren auf der Schwäbischen Alb eignen sich die ausgezeichneten Premium-Winterwanderwege  „Schneewalzer“ und „Wintermärchen“. Sie führen durch bezaubernde Landschaften und bieten sagenhafte Ausblicke über zwei bis drei Stunden Wanderzeit.

Aber auch bei Hayingen startet eine wunderschöne zehn Kilometer lange Winterwanderung zur historischen Maisenburg. Zu empfehlen ist auch eine Tour zwischen St. Johann und Gomadingen. Die kleine Runde um Bleichstetten, die Streckenwanderung an Lonsingen vorbei oder der Winterweg von Würtingen bis Ohnastetten sind gern begangene Winterwege. Sehr beliebt ist das großräumige Winterwegenetz bei Sonnenbühl. Reizvoll sind zur Winterzeit auch Wanderungen am Albtrauf entlang. Beispielsweise von Dettingen/Erms über den Calverbühl zu den Höllenlöchern – einem imposanten Spannungsriss an der Albkante. Vorbei am Gelben Felsen durch den Wald, dessen besondere grafische Strukturen im Winter deutlich hervorstechen. Nach den Gütersteiner Wasserfällen geht’s vorbei am Gestütshof Güterstein zum kleinen Uracher Bahnhof „Wasserfall“.

 

Vorschläge für Bewegung auf der winterlichen Alb  sind in  Broschüren oder auf Internetseiten zu finden, beispielsweise unter

www.albweiss.de 

oder 

www.mythos-alb.de