Bad Urach feiert 700. Geburtstag – Tourismus und Kur prägen die Stadt

Bad Urach feiert. Die Kurstadt im Ermstal wird 700 Jahre alt.1316 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Einen ersten Beleg für eine Ansiedlung im heutigen Bad Urach gibt es freilich schon für das Jahr 1228. Und die Wurzeln gehen noch viel weiter zurück: Allein die Besiedlung des „Runden Berges“ gibt darüber Zeugnis. Er war im 8. Jahrhundert bereits eine befestigte Anlage eines alemannischen Herrschergeschlechts.

 

Einen richtigen Aufschwung erfuhr die Stadt aber im 15. Jahrhundert durch Graf Eberhard V. im Bart, der 1445 in Urach geboren wurde. Er erkor die Stadt zu seinem Residenzsitz des damals geteilten Württemberg. Neben dem prächtigen Residenzschloss, mit dessen Bau 1443 begonnen wurde, entstanden unter seiner Herrschaft auch die Amanduskirche, nach dem Vorbild der Stuttgarter Stiftskirche, sowie das Haus am Gorisbrunnen und das Spital.

Im Residenzschloss fand auch im Jahr 1474 die schon legendäre Hochzeit Eberhards mit Barbara Gonzaga aus Mantua statt. Eberhard, der auch die Universität Tübingen gründete, sorgte für eine Zeit des Wohlstands und des Aufbruchs. Nach der Verlegung des gräflichen Hofes 1482 nach Stuttgart brachen für die Uracher jedoch schwere Zeiten an. Diese Jahre, wie auch die Folgezeit, konnten die Uracher nicht an einer stetigen Weiterentwicklung hindern – bis heute.

Einfach war es nie, am Ende eines so engen Tales, wie es das Ermstal ist, zu leben. Nach vielen Rückschlägen und Entbehrungen entwickelte sich die Stadt zu einer Kur- und Tourismusstadt, zum Tor der Schwäbischen Alb und des Biosphärengebietes. Die vielen Epochen dieser schwäbischen Kleinstadt werden in diesem Jahr mit Vorträgen, Ausstellungen und kreativen Beiträgen gefeiert. Zum Auftakt des Festjahres war Ministerpräsident Winfried Kretschmann angereist, der den Bad Urachern zu ihrer Stadt und dem in vielen Projekten und Initiativen sichtbar werdenden Gemeinschaftssinn gratulierte.

 

 Infos: 

Das Bad Uracher Festwochenende wird vom 22. bis 24. Juli auf dem Marktplatz gefeiert.

Am 22. Juli erklingt um 19 Uhr die Stadtsymphonie „Wie klingt Urach?“,

am 23. Juli findet ab 16 Uhr das 8. Bad Uracher Stadtfest statt,

am 24. Juli gibt es um 19 Uhr noch einmal die Stadtsymponie.

Weitere Festveranstaltungen:

15. September um 19 Uhr, Schloßmühle, „Stationen der Stadtgeschichte: Urach im langen 19. Jahrhundert“ mit Dr. Andreas Schmauder vom Stadtarchiv Ravensburg;

3. und 4. Oktober, jeweils 21 Uhr, Graf-Eberhard-Platz, Licht- und Klanginstallation „Der Uracher Amandus-Fall“;

3. Dezember um 20 Uhr, Stiftskirche, Festkonzert mit dem Tölzer Knabenchor;

15. Dezember um 19 Uhr, Schloßmühle, „Stationen der Stadtgeschichte: Bad Urach 1920-2020“ mit Stefanie Leisentritt und Dr. Peter Sindlinger vom Arbeitskreis Stadtgeschichte