Hayingen und das Lautertal bieten ein Naturerlebnis

 Foto: Bernhard Bürkle

Am südlichen Rand des Biosphärengebietes Schwäbische Alb und inmitten des Geoparks liegt das beschauliche Städtchen Hayingen. Das Tal der Großen Lauter, die hier in die Donau mündet, lockt Touristen aus nah und fern in diese liebenswerte Region voller lebendiger Geschichte und unberührter Natur.

 Von Bernhard Bürkle

 

Bis in die Eiszeit reichen die Spuren der Menschen. Die Urmenschen suchten Schutz in den umgebenden Höhlen, die erste Besiedlung fand nachweislich in der Hallstattzeit um 600 v.Chr. statt, gefolgt von Kelten, Römern, Alemannen und Franken. Die Gründung der Stadt Hayingen erfolgte vermutlich anno 1247 durch einen Ritter „Swigger von Gundelfingen“, weshalb Hayingen noch heute das Wappen der Gundelfinger führt.

„Einst war die Stadt in zwei Hälften geteilt“, erzählt Lothar Bechtle, der im historischen Stadtschloss, einst vom ersten Gundelfinger als Turmburg erbaut, ein Museum eingerichtet hat und an Wochenenden zu interessanten Führungen durch das bemerkenswerte Gebäude einlädt. In dessen Erdgeschoss betreibt der Historiker und Kunstkenner ein kleines Café gemeinsam mit Roger Makowski, der die Gäste so ganz nebenher an einem historischen Flügel musikalisch unterhält, während die weisen „Alb-Gurus“ dort Sprechstunden in ihrer „Praxis für angewandte Lebensfreude“ abhalten.

Viele weitere historische Gebäude zieren den Hayinger Stadtkern, vor allem das Rathaus ist beliebtes Fotomotiv für Touristen, die von hier aus per Fahrrad oder auf Schusters Rappen, mit dem Kanu auf der Lauter oder mit Maultieren die traumhaft schöne Umgebung erkunden.


Passend zu entspannenden Urlaubstagen wohnt man hier überwiegend in privaten Gästehäusern oder im „Lauterdörfle“, einer reizvollen kleinen Siedlung mit gemütlichen Blockhäusern mitten im Naturschutzgebiet. Das kulinarische Angebot in und um Hayingen ist voller Geheimtipps, zu typisch schwäbischen Spezialitäten gesellen sich z. B. im „Hirsch“ in Indelhausen fangfrische Lauter-Forellen, außerdem Albschnecken in diversen Varianten, Gerichte vom Alblamm oder vom heimischen Wild, ja sogar Mufflon wird hier angeboten – natürlich je nach Jagdzeit immer nur kurzfristig. Für seine Gänse im November ist der „Adler“ in der Nachbargemeinde Anhausen weithin bekannt, während die „Friedrichshöhle“ in Wimsen zu Gerichten aus biologischem Anbau auf traumhafter Terrasse direkt neben schwimmenden Forellen einlädt. Hier lohnt sich eine kurze Kahnfahrt in die Wimsener Höhle, Deutschlands einzige befahrbare Wasserhöhle übrigens.

Das nahegelegene Schloss Ehrenfels war einst der Sommersitz und die Vorratskammer der Äbte zu Zwiefalten, heute ist das beeindruckende Anwesen als exklusiver Rahmen für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten weithin beliebt. Den Zwiefalter Benediktinermönchen ist übrigens – neben einer der schönsten Klosteranlagen Deutschlands – auch eine Jahrhunderte alte Brauerei zu verdanken, altersmäßig allerdings noch übertroffen von der Berg Brauerei im nahen Ehingen, wo in diesem Sommer 550 Jahre Brautradition gefeiert werden.


Doch nicht nur in Sachen Geschichte und Natur, auch kulturell hat Hayingen einiges zu bieten: das Naturtheater lockt in diesem Sommer mit einem brandneuen Programm, dem ersten schwäbischen Spätzles-Western „Im wilden Südwesten“, in der historischen Friedrichsmühle finden Ausstellungen und Konzerte namhafter Künstler statt, und auch das Hayinger Stadtfest – aktuell vom 22. bis 24. Juli – gilt als Festhöhepunkt.

 

 

 Info: 

 

Verkehrsamt Hayingen

Kirchstr. 15, 72534 Hayingen

Telefon 07386/977723

E-Mail: info@hayingen.de

Web: www.hayingen.de

 

 

Statdschloss Hayingen

Zwiefalter Str. 1-3

Öffnungszeiten: Freitags 14 bis 10 Uhr

Samstags, Sonntags und Feiertags 11 bis 20 Uhr

Telefon 07386/4029810,

Web: www.stadtschloss-hayingen.de.