Sarah Maisch (li.) aus Mönchberg (Kreis Böblingen) repräsentiert als Streuobst-Königin eine einzigartige Kulturlandschaft. Als Prinzessin steht ihr Tanja Walton zur Seite. Foto: Wolfgang Schmid

 

Seit Oktober 2015 ist Sarah Maisch Streuobst-Königin im Landkreis Böblingen, Tanja Walton wurde zur Streuobst-Prinzessin an ihrer Seite gekürt.

 

1,5 Millionen Obstbäume verteilt auf einer Fläche von 26 000 Hektar bilden die größte zusammenhängende Streuobstwiesenlandschaft Europas. Diese in ihrer Vielfalt einzigartige Kulturregion zwischen Alb und Neckar trägt ganz offiziell den Namen "Schwäbisches Streuobstparadies". In einem Teil des Paradieses, das sich durch die Landkreise Reutlingen, Esslingen, Tübingen, Göppingen, Zollernalb und Böblingen zieht, tragen zwei Majestäten das Lob auf die Streuobstwiesen und ihre Produkte in die Welt.

Sarah Maisch wurde im Oktober 2015 zur offiziellen Streuobst-Königin des Landkreises Böblingen gekürt. Gemeinsam mit der Streuobst-Prinzessin Tanja Walton repräsentiert sie all das Gute und Schöne, das die knorrigen, oft sehr alten Bäume auf den naturnahen Wiesen zu bieten haben – von der duftenden Blüte bis zum leckeren Endprodukt. An erster Stelle steht natürlich das Obst: Kirschen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen schmecken, frisch und reif geerntet, unwiderstehlich gut. Was nicht sofort Gaumen und Gesundheit erfreut, wird zu Obstkuchen, Saft, Marmelade, Gelee, Kompott, Mus, Most oder edlen Destillaten verarbeitet. Meist direkt vor Ort, oft in Familienbetrieben werden vielerlei Köstlichkeiten aus den Früchten hergestellt und angeboten. Sarah Maisch schwört auf selbstgemachte Zwetschgen- oder Birnen-Chutneys und auf die Streuobst-Seccos ihres Vaters.

Früher waren die Wiesen, die Bäume und das Obst Teil des ländlichen Lebens, heute gelten sie eher als arbeitsintensives Hobby. Dafür, dass die Obstwiesen in all ihrer reichen Vielfalt gepflegt und die Begeisterung daran weitergegeben und wieder ausgebaut wird, treten Königin und Prinzessin für mindestens zwei Jahre mit viel Herzblut ein. Sie sind als kundige Botschafterinnen im Landkreis unterwegs, bereichern charmant Fernsehsendungen, Tageszeitungen und Veranstaltungen mit ihrem profunden Wissen über Baumwiesen und Obstprodukte, überzeugen mit der ihnen innewohnenden Wertschätzung.

Königin und Prinzessin wurden von einer zehnköpfigen Jury gewählt, die sich aus Vertretern des Landkreises, des Kreistags sowie des Streuobstaktionsbündnisses zusammensetzte. Sarah Maisch ist die jüngste der drei Bewerberinnen. Sie stammt aus Herrenberg-Mönchberg, aus einer „echten Streuobst-Familie“, und ist entsprechend von Kindesbeinen mit dabei. „Ich war von klein auf mit in den Streuobstwiesen und habe irgendwann gemerkt, dass aus dem Muss echter Spaß wurde“, lacht sie. „Heute bietet mir die Arbeit im und mit dem Streuobst einen herrlichen Ausgleich zum Beruf.“ Im „echten Leben“ ist die Streuobstkönigin Steuerassistentin. Tanja Walton hat ein Studium der Umweltwissenschaft absolviert. Auch sie war schon als Kind auf den Wiesen der Großeltern mit im Einsatz. „Wir wollen insbesondere junge Leute auf die Schönheit und die Vielfalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft und deren Produkte aufmerksam machen“, erläutert Sarah Maisch, die nicht nur andere erfreut sondern auch selbst viel gewinnt: „Ich lerne auch viel Neues von anderen Interessierten kennen“. Die Freude an den Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen ist ihr dabei anzusehen. Obgleich gewiss mit einiger Arbeit verbunden, freut sie sich nun aber ganz besonders auf den Beginn der Obstbaumblüte. „Es gibt kaum etwas schöneres als den Duft in diesem Blütenmeer.“