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Radfahren

Fahrradfahren als Passion

 

 

Text: Andrea Maier

 

Blauer Himmel mit kleinen weißen Wolken, darunter blühende Wiesen und im lauen Wind wogendes Getreide. „Besser geht’s nicht“, Eberhard Binder tritt voller Freude in die Pedale. Der 60-Jährige startet am frühen Vormittag zu seiner „Lieblings-Albrunde“, direkt von der Haustüre in Zell u. A. aus radelt er mit seinem schlicht schwarzen Rennrad hinüber nach Aichelberg, immer am Albtrauf entlang. Schon bei Weilheim faszinieren die herrlichen Ausblicke auf die Burg Teck, die Limburg, den Hohenneuffen, weiter geht’s über  Bissingen, Owen, Neuffen, Kohlberg, Glems, Ehnigen unter Achalm, Gomadingen, Marbach, Münsingen, quer über den ehemaligen Truppenübungsplatz - „der allein schon einen Radausflug lohnt“ - Böhringen, Schopfloch, Hepsisau, Weilheim und zurück nach Zell.

Rund 110 Kilometer durch einzigartig vielfältige Landschaft, mit überwältigender Weitsicht, in aller Ruhe - Entspannung pur. „Die Anstiege fahre ich besonders gern“, lächelt der schlanke, durchtrainierte Familienvater, der regelmäßig die 'Alb-Extrem' mitfährt, aber auch bei internationalen Etappenrennen, wie beispielsweise der 'Trans-Alp' mit 18 Alpenpässen, über enorme Distanzen 'rauf und 'runter braust. Über die Schwäbische Alb radelt er das ganze Jahr, das ist für ihn Training und Erholung gleichermaßen. Über kurvenreiche Landstraßen gleitet er dahin und genießt dabei mit allen Sinnen. Ob der Raps knallgelb blüht oder Klatschmohn und Kornblumen zwischen Gerstenfeldern leuchten, Lindenblüten-Duft betört oder ob frisch gedüngt wurde – mit dem Rad, sagt er, sei man immer ganz unmittelbar dabei. Beim Radfahren fühlt sich Eberhard Binder eins mit der Landschaft, mit der Natur. „Das ist unglaublich entspannend“, schwärmt er und genießt ganz besonders die Ruhe auf der Alb. Obgleich er mit dem Rennrad überwiegend auf Straßen und ausgeschilderten Radwegen unterwegs ist, „gibt es immer Routen mit sehr wenig Verkehr.“ Als Genuss beschreibt er auch die körperliche Betätigung – „es entsteht eine tiefe Zufriedenheit.“ Selbstverständlich kennt und fährt der passionierte Rennradfahrer hin und wieder auch Mountainbike. „Der Albtrauf ist wie dafür geschaffen.“


Ein defensiver Fahrstil auf den Wegen, die auch von Wanderern genutzt werden, ist für ihn selbstverständlich. „Ich rufe lieber, als dass ich die Leute mit der Schelle erschrecke“, und für einen kurzen Schwatz bleibt er gerne auch mal stehen. Ein besonderes Radvergnügen erlebte er im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Frau: Mit Zelt und Gepäck in den Satteltaschen radelten sie 2500 Kilometer bis Portugal. Die Auszeiten mit dem Rad nutzt er intensiv und braucht sie auch, denn seit er 1987 seinen Fahrradfachhandel mit Werkstatt eröffnete, gibt es für ihn und seine Helfer mehr als genug zu tun. Erst kam der Mountainbike-Boom, dann wollten alle multifunktionale Trekking-Räder und jetzt kaufen ihm Jung und Alt die elektrisch unterstützten E-Bikes schneller aus dem Laden, als er neue geliefert bekommt. Eberhard Binder freut das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen: er ist überzeugt davon
, dass Fahrradfahren gefördert werden muss. „Ganz gleich, ob g'schwind zum Einkaufen, auf längeren Reisetouren oder als sportliche Herausforderung: jeder geradelte Kilometer schont die Umwelt, fördert Gesundheit und Fitness - und macht Freude.“

Info: www.fahrradladen-zell.de