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Hobby

Drachenpapa überzeugt die Jury 

 

 

Lena und Günter Burkhardt aus Bad Ditzenbach (Kreis Göppingen) haben mit „Funkelschatz“ die Auszeichnung zum Kinderspiel des Jahres gewonnen.  Zufällig stoßen die Drachenkinder auf einen Schatz voller bunter Funkelsteine. Allerdings stecken diese eingefroren in einer dicken Säule aus Eis. Zum Glück bringt Papa-Drache die Säule mit seinem Feueratem zum Schmelzen und die Kinder können die funkelnden Steine einsammeln. Dazu stapeln die Spieler auf dem Spielbrett neun Plastikringe zu einer Säule und füllen diese bis zum Rand mit bunten Funkelsteinen. Zu Beginn jeder Runden wählt jeder ein farbiges Funkelplättchen. Vorsichtig entfernt nun der Startspieler den obersten Ring, und alle kassieren die runtergepurzelten Steine ihrer Farbe. Ist der letzte Eisring vom Spielbrett genommen, endet dieses ungewöhnliche Sammelspiel, und es gewinnt, wer mit Fingerspitzengefühl, ein wenig Taktik und Glück die meisten Funkelsteine einsammeln konnte. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass dieser Drachenpapa lässt nicht nur Eis, sondern auch Kinderherzen schmelzen lässt. „Hier fiebert die ganze Familie gerne mit. Ein Tochter-Vater-Gespann, die Autoren Lena und Günter Burkhardt, verbindet eine kindgerechte Geschichte, einen klassischen Mechanismus und faszinierendes Material zu einem Spieleabenteuer, das Kinder immer wieder fesselt. Beim Einschätzen und Sammeln sind ein kühler Kopf, ein Quäntchen Glück und Fingerspitzengefühl gefragt. (Drachen-)Papa ist der Beste.“ Funkelschatz ist ein taktisches Sammelspiel für zwei bis vier Spieler ab fünf5 Jahren  und ist im Verlag Haba (Bad Rodach) erschienen.
2-2018

 

 

Mit dem Oldtimer-Cabrio über die Alb

 

 

 

 

Text: Andrea Maier

 

Die Sonne strahlt zwischen weißen Wolken am blauen Himmel. „Kaiserwetter für eine kleine Ausfahrt.“ Herbert Gollhofer knöpft das Verdeck auf, schiebt es in den kleinen Stauraum, in dem hinter den zwei schlanken Sitzen höchstens zwei schmale Taschen Platz finden. Am frühen Morgen ist es noch kühl, er zieht seine uralte braune Lederjacke über, öffnet über einen kleinen Hebel an der Innenseite die Fahrertür, klemmt sich hinter das winzige Lenkrad und zieht an dem schwarzen Knopf S. Der Motor startet, brummt und gluckst gutgelaunt - dann rollt der Austin Healey Sprite MK I auf die Straße. Das schöne Auto in bezauberndem Schlüsselblumengelb wird in Kennerkreisen liebevoll 'Froschauge' genannt. Betrachtet man die freundlich geschwungene Form mit den hervorstehenden Lampen, erklärt sich der Kosename selbst. Vom Remstal aus, wo Herbert Gollhofer und seine Frau wohnen, lenkt er sein derzeitiges Lieblings-Cabriolet durch den Schwäbischen Wald Richtung Ostalb. Dort unterhält die Familie ein Wochenendhäuschen als häufig besuchten Rückzugsort. Herbert Gollhofer liebt die Fahrten über die Schwäbische Alb ganz besonders. In dem ziemlich kleinen Froschauge sitzt er fast auf der Straße, die Räder der modernen Monsterautomobile rasen fast auf Augenhöhe an ihm vorbei. Gurte gibt’s in seinem Oldtimer keine und eine 'Knautschzone' nur mit viel Fantasie. „Auf der Alb ist wenig Verkehr, da fährt es sich entspannt.“ Bis an die 100 Km/h brummelt der Kleine mit 64 PS friedlich dahin, „Wohlfühlgeschwindigkeit“ nennt Gollhofer das und genießt den Fahrtwind, der über die winzige Frontscheibe streicht. Ganz deutlich spürt er Temperaturunterschiede, nimmt unterschiedliche Düfte und Farben wahr, ist ganz unmittelbar draußen - „Da fährst du nicht nur mit dem Fuß.“ Deshalb kommen für den passionierten 'Autoschrauber' ausschließlich Cabriolets infrage, insbesondere englische Modelle haben es ihm angetan. Als junger Buchdrucker-Lehrling kaufte er mangels Reichtum alte, kaputte Autos, reparierte und fuhr sie. Seit er Ende der 60er Jahre auf diese Weise an das mittlerweile legendäre Cabrio Triumph TR4 gekommen war, gibt es kein Zurück: „Nur noch Cabrio.“

„Schon immer“, aber seit der Rente oft auch ganztags schraubt, schmirgelt, schweißt, lackiert und poliert der 66-Jährige in einer kleinen Werkstatt, die er sich auf dem Schurwald eingerichtet hat. Mit Blick auf die Alb restauriert er hingebungsvoll die „Ruinen“, wie er die oft seltenen und immer außergewöhnlichen Oldtimer-Cabrios nennt, die er über die Landesgrenzen hinweg aufstöbert. Derzeit renoviert er einen völlig herunter gekommenen Lotus Elan. Das Fahrwerk hat er bereits komplett neu gebaut. Seit über einem Jahr schleift er 16 Farbschichten herunter und baut die Karosserie mit Glasfasergewebe wieder auf. „Ein Granateng'schäft“ murmelt er lächelnd und streicht zärtlich über sein Werk. „Das wird mein Rentner-Auto“. Bis es soweit ist, freut ihn in seinem 'Frosch' „der brummende Motor, das singende Getriebe, die jaulende Hinterachse und vor allem die Windgeräusche“. Den Genuss perfekt machen die wunderschönen Ausblicke am gesamten Albtrauf, das kurvige Rauf-und-Runter über einsame Sträßchen, oder die sanft geschwungenen Straßen, die Flüssen folgen, beispielsweise der schönen Lauter entlang. Wenn es kühl wird, dreht Herbert Gollhofer den Knopf H(eating), dann pustet das klitzekleine Gebläse eifrig warme Luft an seine Beine und er kann noch ein Weilchen länger 'oben ohne' über die Alb brausen.
2-2016

 

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