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Sport

Rein ins Wintervergnügen

 

 Am Snowkite über die Ebene fliegen - auch das bietet die Schwäbische Alb. Foto: Privat

 

Text: Andrea Maier

 Abenteuerlich von Schlittenhunden gezogen, am Snowkite über die Ebene fliegen, auf ausgedehnten Loipen zügig touren, sportlich skaten oder schwungvoll über Pisten abwärts rauschen –  Wintersport auf der Schwäbischen Alb ist vielseitig, einfach zu erreichen, kostengünstig und sowieso wunderschön. Über 50 Skilifte, viele mit Flutlicht ausgestattet, bieten über die Alb verteilt jede Menge Ski-Abfahrtsvergnügen. So richtig flitzen kann man auf  der Strecke in Dottingen und auch auf den Pisten im Römersteiner Salzwinkel kann man's kurz, aber knackig stauben lassen. Noch dazu liegen sie in unmittelbarer Nähe zur B 28 und Flutlicht versteht sich von selbst. Seit einigen Jahren lockt neben den über 50 Liftanlagen auf der Alb auch die Wintersport-Arena Holzelfingen. In dem weiträumig zusammenhängenden Skigebiet finden Familien mit kleinen Kindern, Anfänger, aber auch ambitionierte Könner die jeweils angemessene Piste. Skifahrer, die sich eine extra Portion Spaß wünschen, sind am Dottinger Skilift richtig. Hier finden „Twin Tip“-Fahrer Boxen zum gliden und grinden. Viele Skibetriebe haben für Snowboarder separate Pisten präpariert, so bietet beispielsweise der Skilift Beiwald in St. Johann-Upfingen eine flotte 450 Meter Snowboardpiste. Gerne gesehen sind die Boarder auch beim Westerheimer Skilift „Halde“. Für Skilangläufer ist die Alb ein Paradies mit Tradition: Ob klassische Loipen, Skating-Bahnen oder respektable Tagestouren über 50 Kilometer und mehr.

Das Loipennetz, das Römerstein, Schopfloch und Westerheim gemeinsam erschlossen haben, lässt sich geruhsam, aber auch ziemlich sportlich nehmen: Hier kann man gut drei bis vier Stunden gleiten, ohne eine Spur doppelt zu nutzen. Auch die Skihochburgen Bremelau und Mehrstetten sind beliebt, ebenso die Routen um den Sternberg bei Gomadingen, Engstingen und der St. Johanner Alb. Doch auch in allen anderen Regionen der Alb sind ausgezeichnete Loipen zu finden. Die meisten kennen sie nur aus Abenteuerfilmen: Schlittenhunde. Die hechelnden Kraftpakete, die, so scheint es, zum Laufen geboren sind, ziehen auch auf der Alb Schlitten mit Mensch und Gepäck durch den Schnee. Wer das Abenteuer in nächster Nähe selbst erleben möchte, findet anerkannte Schlittenhunde (-Führer) zum Beispiel in Seeburg oder in Münsingen.

Über die Albhochflächen fliegen? „Klar“, ruft Chris Volk, schnallt sich Ski unter die Füße und lässt sich von der Kraft des Windes in seinem Kite über die verschneite Ebene ziehen. Dann ist nur „Zischschsch“ zu hören und das Jauchzen beim Sprung gen Himmel. Chris Volk und sein Team bieten Snowkite-Kurse in den Alpen, am Feldberg und bei Westerheim auf der Alb an. Westerheim gilt als einer der windsichersten Spots im Südwesten. Die weiten Flächen bieten Vergnügen pur und bei einem Tageskurs lässt sich schon mächtig viel „Zischschsch ...“ erleben. Falls das Albwinter-Wetter mal wirklich gar nichts an sportlicher Betätigung ermöglicht, bietet das Wintersportmuseum in St. Johann bemerkenswerte Einblicke in vergangene Zeiten: Wintersportgeräte von etwa 1900 bis 1950 mit allerlei Kuriositäten.

Info: www.kiteschule-skywalker.de
3-2016
 

 

 

Stille Weite

 

 Schneeschuhwandern findet immer mehr begeistete Anhänger auf der Schwäbischen Alb. Foto: Privat

 

Text: Andrea Maier

Die Schwäbische Alb offenbart  auch im Winter ihre Reize: Sanfte Hügel, steile Hänge, ebene Hochflächen, sonnige Täler, lichte Wälder – die Luft ist klar und rein. Mit Höhenlagen an die 900 Meter ist die Schwäbische Alb auch im Winter ein Paradies.  „Es ist herrlich!“, Margit Weber freut sich auf den Alb-Winter. Die zertifizierte Gesundheitswanderführerin aus Westerheim liebt den Anblick der verschneiten Weite. Vor allem schätzt sie die zahlreichen Möglichkeiten, die das heimische Mittelgebirge für so viele Arten von Wintersport bietet. Als begeisterte Wanderin ist ihr das Schneeschuhwandern am nächsten. „Du brauchst weder in die Berge zu fahren, noch eine teure Ausrüstung.“

Winterjacke, warme Hose, ein paar Gamaschen, Wanderschuhe, Handschuhe und los geht’s. Schneeschuhe und Stöcke kosten nicht viel, sind aber auch in vielen Sportfachgeschäften und bei geführten Touren von den meisten Veranstaltern zu leihen. Mit den Krallen der Schneeschuhe gibt es kein Ausrutschen mehr, die große Oberfläche verhindert Einsinken, selbst in hohem Schneeverwehungen. Die Stöcke helfen bei der Fortbewegung und stützen das Gleichgewicht. Mit Schneeschuhen zu gehen ist für Junge und Ältere schnell gelernt und beinahe überall möglich, wo Schnee das Land bedeckt. „Alleine oder in der Gruppe ist Schneeschuhwandern ein Hochgenuss“, schwärmt Margit Weber, die selbst Schneeschuhtouren rund um Westerheim anbietet. „Ganz gleich, ob als sportliche Herausforderung oder geruhsam, mit viel Zeit zum Verweilen, Schauen und Horchen.“ Da ist meist nur das Knirschen des Schnees, der eigene Atem, das leise Rieseln von Eiskristallen, die sich von Bäumen lösen. Stille Weite. „Auf Schneeschuhen ist man unabhängig von viel begangenen Wegen.“ 

Zwischen Dezember und März liegt oben auf den Albhochflächen mehr Schnee als gemeinhin angenommen: Mit Höhenlagen bis an die 900 Meter ist das Mittelgebirge relativ schneesicher. So liegt beispielsweise Westerheim auf 820 m über dem Meeresspiegel, genau so hoch wie Oberstdorf.  Darum hat wohl auch Skilanglauf auf der Schwäbischen Alb eine lange Tradition. Für hervorragenden Loipen sind besonders die weiten Hochflächen und sonnigen Täler  berühmt – etliche 100 Kilometer werden über die gesamte Alb hinweg gespurt. Ähnlich wie die ausgewiesene Wintersport-Gemeinde Westerheim, haben sich auch in anderen Regionen mehrere Ortschaften zusammengetan und Touren über die Grenzen hinweg erschlossen. Alleine das Biosphärengebiet weist mit über 260 gespurten Kilometern eines der größten Loipennetze Süddeutschlands vor. So weiträumig kann man nur in wenigen Skigebiete über die weiße Pracht gleiten. Fast überall sind einfache und kürzere Strecken, extra für Anfänger, oder speziell für Familien mit Kindern ausgewiesen.  

Wer lieber auf den eigenen Füßen durch den Albwinter geht, findet in allen Alb-Regionen eine mannigfaltige Auswahl an präparierten Winterwanderwegen. Vom kleinen Rundgang bis hin zu mehrstündigen Schneewanderungen – die Schwäbische Alb ist zu jeder Jahreszeit ein unübertroffenes Wander-Paradies. 
3-2016